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Nutzlose Agile Metriken đŸ‡©đŸ‡Ș

June 29, 2023

In KĂŒrze: Nutzlose Agile Metriken

In der Regel ist eine Metrik ein FrĂŒhindikator fĂŒr eine MusterĂ€nderung, der es Ihrem Scrum-Team ermöglicht, die Ursache rechtzeitig zu analysieren und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Was aber, wenn Sie die falschen Metriken ausgewĂ€hlt haben? Was, wenn nutzlose agile Metriken Sie in die falsche Richtung fĂŒhren, wĂ€hrend sie Ihnen die Illusion vermitteln, dass Sie wissen, wohin sich Ihr Team bewegt?

Erfahren Sie mehr ĂŒber nutzlose agile Metriken, von der individuellen Velocity ĂŒber die Genauigkeit der SchĂ€tzungen bis hin zu den Auslastungsraten.

Nutzlose Agile Metriken

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Nutzlose agile Metriken im Detail

Einige Metriken können fĂŒr agile Teams irrefĂŒhrend oder kontraproduktiv sein. Ihre Verwendung deutet darauf hin, dass die Organisation die agilen Prinzipien nicht vollstĂ€ndig verstanden hat und stattdessen an traditionellen industriellen AnsĂ€tzen und Taylorismus festhĂ€lt. Einige dieser nutzlosen agilen Metriken sind:

  • Individuelle Leistungskennzahlen oder Velocity: Die Messung der individuellen ProduktivitĂ€t oder der Vergleich von Teammitgliedern anhand von Arbeitsstunden, Codezeilen oder erledigten Aufgaben kann der Zusammenarbeit und dem Teamwork schaden und widerspricht dem agilen Prinzip, sich auf den kollektiven Erfolg des Teams zu konzentrieren.
  • Gesamtzahl der fertiggestellten Story Points: Sich ausschließlich auf die Anzahl der fertiggestellten Story Points zu konzentrieren, ohne den gelieferten Wert oder die KomplexitĂ€t zu berĂŒcksichtigen, kann zu einer „QuantitĂ€t vor QualitĂ€t“-MentalitĂ€t fĂŒhren und Teams dazu ermutigen, weniger wertvolle aber einfachere Aufgaben zu priorisieren.
  • Vergleiche der Velocity zwischen Teams: Ein Vergleich der Velocity verschiedener Teams ist nicht sinnvoll, da jedes Team seinen eigenen Kontext, seine eigenen FĂ€higkeiten und Herausforderungen hat. Deren Vergleich kann zu einem ungesunden Wettbewerb fĂŒhren und Teams dazu ermutigen, ihre SchĂ€tzungen aufzublĂ€hen, was auch als Frisieren der agilen BĂŒcher bekannt ist.
  • Genauigkeit der SchĂ€tzungen: Agile Praktiken stellen die Lieferung funktionierender Software ĂŒber eine umfassende Dokumentation. Daher ist ein ĂŒbermĂ€ĂŸiger Einsatz von Zeit und MĂŒhe zur Verbesserung der Genauigkeit von SchĂ€tzungen weniger wertvoll als die Lieferung von funktionierenden Produktinkrementen und das Sammeln von Feedback.
  • Auslastungsrate: Wenn man sich darauf konzentriert, wie beschĂ€ftigt die Teammitglieder sind, statt auf den Wert, den sie liefern, kann dies zu einer Überbetonung der Aufgabenerledigung fĂŒhren und die Zusammenarbeit zwischen den Teammitgliedern, ihre FĂ€higkeit, auf VerĂ€nderungen zu reagieren und sich an neue PrioritĂ€ten anzupassen, behindern.
  • Festgelegter Umfang und Einhaltung von Terminen: Das Beharren auf der strikten Einhaltung eines vordefinierten Umfangs bzw. von Terminen hĂ€lt Teams davon ab, sich an verĂ€nderte Anforderungen anzupassen — ein Kernprinzip jeder agilen Praxis.
  • Projekterfolg anhand geplanter vs. tatsĂ€chlicher Metriken: Traditionelles Projektmanagement konzentriert sich auf die AusfĂŒhrung nach Plan, wĂ€hrend bei Agile die Reaktion auf VerĂ€nderungen wichtiger ist als das Befolgen eines Plans. Daher kann der Erfolg eines Projekts nicht einfach durch den Vergleich von geplanten und tatsĂ€chlichen ZeitplĂ€nen oder Budgets gemessen werden.
  • Anzahl der Defekte: Die Messung der Anzahl der Defekte als primĂ€re QualitĂ€tskennzahl kann fĂŒr Teams einen Anreiz darstellen, sich auf kurzfristige Korrekturen zu konzentrieren, anstatt die Ursachen von Problemen anzugehen und in langfristige Verbesserungen zu investieren. Außerdem kann es agile Teams dazu ermutigen, „fehlerfrei“ zu spielen, anstatt sich mit potenziell sehr wertvollen, aber technisch schwierigen Kundenproblemen zu befassen.
  • Prozentualer Zeitaufwand fĂŒr geplante vs. ungeplante Arbeit: Die Verfolgung und Verwaltung ungeplanter Arbeit ist zwar wichtig, aber eine Überbetonung dieser Kennzahl kann Teams davon abhalten, auf neue Chancen zu reagieren oder sich mit aufkommenden Risiken auseinanderzusetzen.

Nutzlose agile Metriken können zwar einige Informationen liefern, geben aber nicht unbedingt Aufschluss ĂŒber die Verfassung oder EffektivitĂ€t eines agilen Teams. Sie können sogar zu Verhaltensweisen fĂŒhren, die den agilen Prinzipien widersprechen. Um eine wirklich agile Denkweise zu fördern, sollten sich Unternehmen auf wertorientierte, ergebnisorientierte Metriken konzentrieren, welche die Zusammenarbeit, die kontinuierliche Verbesserung und die AnpassungsfĂ€higkeit fördern. Beispiele fĂŒr wertvollere agile Metriken sind Lead Time, Zykluszeit, Kundenzufriedenheit und geschaffener GeschĂ€ftswert.

 

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UrsprĂŒnge nutzloser agiler Metriken

Es gibt mehrere Faktoren, die dazu beitragen, dass Organisationen und Manager darauf bestehen, nutzlose agile Metriken anzuwenden:

  • AltbewĂ€hrtes Denken: Managern aus traditionellen hierarchischen Strukturen fĂ€llt es oft schwer, sich von veralteten Metriken zu lösen. Diese Metriken sind oft in den Prozessen der Organisation verankert und werden verwendet, um die Leistung zu bewerten und Entscheidungen zu treffen.
  • GefĂŒhlte Kontrolle: Kennzahlen wie „Auslastung“ oder „Arbeitsstunden“ können Managern ein falsches GefĂŒhl von Kontrolle und Vorhersehbarkeit vermitteln. Sie glauben vielleicht, dass sie ProduktivitĂ€t und Ergebnisse kontrollieren können, indem sie diese quantifizierbaren Elemente steuern.
  • Mangelndes VerstĂ€ndnis agiler Prinzipien: Manager begreifen die Prinzipien der AgilitĂ€t möglicherweise nicht vollstĂ€ndig. Sie verstehen vielleicht nicht, dass AgilitĂ€t den Kundennutzen, die Zusammenarbeit im Team, die AnpassungsfĂ€higkeit und die kontinuierliche Verbesserung gegenĂŒber traditionellen Parametern wie strikten ZeitplĂ€nen und Umfang in den Vordergrund stellt.
  • Angst vor VerĂ€nderungen: Die Umstellung auf neue Metriken kann unangenehm sein. Es verlangt von der Organisation und ihren Managern, ihre Leistungsstandards neu zu bewerten, was eine Herausforderung sein kann.
  • Neuausrichtung der Leistungsanreize: Manchmal werden Manager auf der Grundlage dieser alten MessgrĂ¶ĂŸen vergĂŒtet. Wenn ihre Belohnungen oder Beförderungen an diese MaßstĂ€be geknĂŒpft sind, neigen sie natĂŒrlich dazu, sie zu verwenden.
  • Externer Druck: Stakeholder, Kunden oder Investoren, die an die traditionellen Kennzahlen gewöhnt sind, können diese verlangen und so Druck auf die Manager ausĂŒben, damit sie an diesen festhalten.

Infolgedessen mĂŒssen Unternehmen ihre Manager und Stakeholder ĂŒber die agilen Prinzipien aufklĂ€ren und aufzeigen, wie die neuen agilen Metriken besser mit den GeschĂ€ftszielen, der Wertschöpfung und der Verinnerlichung der geschĂ€ftlichen AgilitĂ€t im Allgemeinen ĂŒbereinstimmen als die zuvor beschriebenen nutzlosen agilen Metriken.

Wie man nutzlose agile Metriken in agilen Organisationen ĂŒberwindet

Das Problem der weniger nĂŒtzlichen Metriken anzugehen, erfordert strategische Planung, Kommunikation, Ausbildung und Geduld. Dies sind einige praktische Schritte, die ein Scrum Master hierzu unternehmen kann:

  • Vertrauen aufbauen: Pflegen Sie eine starke Beziehung zum Management, die auf Vertrauen basiert. Verstehen Sie deren Anliegen und was sie mit diesen Metriken erreichen wollen. Versichern Sie ihnen, dass agile Metriken dieselben, wenn nicht sogar bessere Einblicke in Leistung und Ergebnisse liefern können.
  • AufklĂ€ren: Informieren Sie das Management regelmĂ€ĂŸig ĂŒber die agilen Prinzipien, ihre Werte und wie sie sich in der Praxis umsetzen lassen. ErklĂ€ren Sie, warum bestimmte traditionelle Metriken fĂŒr agile Teams nicht geeignet sind und wie sie zu falschen Entscheidungen und Verhaltensweisen fĂŒhren können. Heben Sie die Vorteile der Verwendung agilitĂ€tsfreundlicher Metriken hervor. Organisieren Sie zum Beispiel Workshops oder Seminare mit einem Branchenexperten oder agilen Coach, um den Wert geeigneter Metriken in agilen Umgebungen besser zu vermitteln.
  • Erfolgsgeschichten teilen: Wenn andere Teams oder Organisationen erfolgreich auf bessere Metriken umgestellt haben, teilen Sie diese Geschichten. Wenn Sie zeigen, dass dies möglich ist und welche Vorteile sich daraus ergeben, können Sie skeptische Manager ĂŒberzeugen.
  • Nach und nach aussagekrĂ€ftige Metriken einfĂŒhren: Beginnen Sie damit, aussagekrĂ€ftigere Metriken sukzessiv einzufĂŒhren und erklĂ€ren Sie, was jede einzelne bedeutet und wie sie mit den agilen Prinzipien zusammenhĂ€ngt. Im Laufe der Zeit, wenn Manager den Wert dieser Metriken erkennen, werden sie sich vielleicht wohler fĂŒhlen, wenn sie die die Nutzung weniger nĂŒtzlichen Metriken auslaufen lassen.
  • Fördern Sie Transparenz: Seien Sie offen ĂŒber den Zweck, den Nutzen und die Grenzen jeder verwendeten Kennzahl. Sammeln und prĂ€sentieren Sie Daten, die Ihre Argumente ĂŒber die Unwirksamkeit bestimmter Metriken und die Vorteile der von Ihnen vorgeschlagenen Metriken stĂŒtzen. Ein transparenter Ansatz fördert das VerstĂ€ndnis und die Akzeptanz.
  • Demonstrieren Sie die Auswirkungen falscher Metriken: Geben Sie Beispiele aus dem wirklichen Leben oder Fallstudien, die zeigen, wie unangemessene Metriken zu kontraproduktivem Verhalten und nachteiligen Ergebnissen gefĂŒhrt haben. Es ist oft ĂŒberzeugender, wenn Manager die negativen Auswirkungen selbst sehen können.
  • Binden Sie die Teams in die Diskussionen ein: Beziehen Sie die Teams in die Diskussionen ĂŒber die Metriken ein. Sie können wertvolle Erkenntnisse darĂŒber liefern, wie sich bestimmte Kennzahlen auf ihre Arbeit und Moral auswirken. Ihr direktes Feedback kann dem Management helfen, die Auswirkungen seiner Entscheidungen besser einzuschĂ€tzen.
  • Geduldige Beharrlichkeit: VerĂ€nderungen brauchen Zeit, und alte Gewohnheiten lassen sich nur schwer ablegen. Kommunizieren Sie weiter, klĂ€ren Sie auf und zeigen Sie Geduld. Beharrlichkeit kann sich auf lange Sicht auszahlen.
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Abgesehen von den bereits skizzierten praktischen Schritten gibt es noch ein paar weitere Punkte, die Sie beim Umgang mit dem Thema nutzlose agile Metriken berĂŒcksichtigen sollten:

  • Widerstand verstehen: Oft ist das Beharren auf der Verwendung traditioneller Metriken auf den Widerstand gegen VerĂ€nderungen und die Angst vor dem Unbekannten zurĂŒckzufĂŒhren. Es ist wichtig, diesen Aspekt zu verstehen und auf diese Bedenken einfĂŒhlsam einzugehen.
  • Kulturwandel: Bei der Umstellung von traditionellen auf agile Kennzahlen geht es nicht nur darum, die Zahlen zu Ă€ndern, die wir verfolgen, sondern auch um eine VerĂ€nderung der Kultur. Das kann lĂ€nger dauern als Sie erwarten und erfordert viel Ausdauer.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Bei Agile geht es um kontinuierliche Verbesserung. ÜberprĂŒfen Sie regelmĂ€ĂŸig die von Ihnen verwendeten Metriken, holen Sie sich das Feedback aller Beteiligten ein und seien Sie offen fĂŒr Änderungen, wenn diese notwendig sind. Denken Sie daran, dass das, was bei einem Team funktioniert, bei einem anderen vielleicht nicht funktioniert, daher ist die Anpassung entscheidend.
  • Mit gutem Beispiel vorangehen: Zeigen Sie dem Management den Wert der agilen Metriken, indem Sie sie in Ihrer Arbeit einsetzen und ihre EffektivitĂ€t demonstrieren. Mit gutem Beispiel voranzugehen ist ein guter Weg, um VerĂ€nderungen zu beeinflussen.

Schließlich sollten Sie daran denken, dass Kommunikation entscheidend ist. RegelmĂ€ĂŸige, offene und ehrliche Diskussionen ĂŒber die Metriken, warum sie wichtig sind und wie sie zum Erfolg des Teams und der Organisation beitragen, werden viel dazu beitragen, die Akzeptanz fĂŒr agilere Metriken im Allgemeinen zu erhöhen und unnĂŒtze agile Metriken ganz zu vermeiden.

Schlussfolgerung

Die Abkehr von nutzlosen agilen Metriken und die EinfĂŒhrung agilitĂ€tsfreundlicherer Metriken erfordert eine VerĂ€nderung der Unternehmenskultur und einen verstĂ€ndnisvollen und einfĂŒhlsamen Umgang mit dem Widerstand gegen VerĂ€nderungen. Es ist ein Prozess der kontinuierlichen Verbesserung, der Geduld, Ausdauer und Anpassung erfordert.

Der Scrum Master spielt eine entscheidende Rolle bei der FĂŒhrung dieser Transformation, indem er sich fĂŒr relevante Metriken einsetzt und deren Wert in der Praxis demonstriert. Eine offene, ehrliche und regelmĂ€ĂŸige Kommunikation ĂŒber die Bedeutung dieser Metriken und ihren Beitrag zum Erfolg ist unerlĂ€sslich.

Letztlich erfordert der Übergang zu agilen Kennzahlen mehr als nur eine Änderung der Zahlen, die wir verfolgen. Er erfordert eine verĂ€nderte Denkweise, die ein Umfeld fördert, in dem Fortschritt und Wertigkeit Vorrang vor bloßer GeschĂ€ftigkeit haben. Mit anderen Worten, wir mĂŒssen uns in dieser Hinsicht von unserem tayloristischen Erbe verabschieden.

Wie haben Sie es geschafft, die Kultur Ihres Unternehmens so zu verĂ€ndern, dass alte Leistungskennzahlen durch nĂŒtzliche agile Kennzahlen ersetzt werden? Bitte teilen Sie uns Ihre Gedanken in den Kommentaren mit.

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Der Artikel Nutzlose Agile Metriken erschien zunĂ€chst auf Berlin-Produkt-People.com.


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